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Rhetorische Stilmitt
| Term | Definition | Beispiel |
|---|---|---|
| Akkumulation | An Stelle eines Oberbegriffs werden mehrere thematisch zusammengehörige Unterbegriffe aufgezählt. | „Es gab Kartoffeln, Fleisch, Gemüse und Sauce“; „Parteien, Unternehmen, Regierungen und Kirchen“ statt „gesellschaftliche Gruppierungen“ |
| Allegorie | Gedanken oder Begriffe werden anhand eines verwandten Bildes konkretisiert; eine Folge von sprachlichen Bildern (siehe Metapher) in Form eines Gleichnisses. Oft In Fabeln: Tierische Protagonisten stellen unsere Gesellschaft dar. | „Auf dem Theater der Welt sind alle Menschen Spieler: mancher bekommt die Rolle eines Königs, mancher die eines Bettlers …“ |
| Alliteration | Aneinandergereihte Begriffe mit gleichen Anfangslauten, z.B. in Stabreimen. | „Kunst und Krempel“; „Milch macht müde Männer munter“ |
| Anapher | Wort-Wiederholung am Satz-/Vers-Anfang oder am Anfang von Satzteilen. | „Geld ist nicht alles. Geld allein macht nicht glücklich.“ |
| Antiklimax | Gegenteil der Steigerung (siehe Klimax). | „XL, L, M und S“; „Hund, Katze, Maus“ |
| die Antithese | Gegensätze werden in einer oft kompakten und dadurch besonders einprägsamen Formulierung gegenübergestellt. | „Wenn er aufhört, über uns Lügen zu verbreiten, werden wir aufhören, über ihn die Wahrheit zu verbreiten.“ (Hitler); „Der Baum ist hoch, das Gras ist tief.“ |
| die Aposiopese | Abbrechen der Rede inmitten eines Satzes. | „Also wenn du mich fragst…“ |
| Assonanz | Mehrere Wörter, dessen betonte Silben Vokale mit gleichem Klang aufweisen. Oft in unreinen Reimen. | „Fluch“ und „ruht“; „ruft“ und „Luft“ als unreiner Reim |
| das Asyndeton | Aufzählung bzw. Aneinanderreihung von Elementen in einem Satz, bei der auf Konjunktionen verzichtet wird. | „Er brachte Brot, Käse, Wein.“ |
| Chiasmus | Satzteile, die sich symmetrisch und bzgl. ihrer Bedeutung entsprechen, werden überkreuzt. | „Seine Muskeln groß, klein sein Verstand.“ |
| die Contradictio in adiecto | Ein sich logisch widersprechendes Wordpaar aus Substantiv und Adjektiv (siehe auch Oxymoron). | „Eiskalte Sonne“; „Alter Junge“; „unbekannter Freund“ |
| Concessio | Einem Argument wird zugesprochen, doch wird es zugleich durch eigene Aussagen entkräftigt. Oft in Reden oder Verhandlungen angewandt. | „Gut ist er, da hast du Recht, aber für den ersten Platz wird das nicht reichen.“ |
| Contradictio in adiecto | Ein sich logisch widersprechendes Wordpaar aus Substantiv und Adjektiv (siehe auch Oxymoron). | „Eiskalte Sonne“; „Alter Junge“; „unbekannter Freund“ |
| Correctio | Selbstkorrektur bzw. Verbesserung, bei der eigene Aussagen im Folgenden durch gesteigerte Formulierungen relativiert oder konkretisiert werden. | „Viele kamen um sie zu sehen, nein es waren gar Tausende, die ihr zu Ehren erschienen!“; „Er hatte dunkle Haare. Tiefschwarz sind sie gewesen.“ |
| Dysphemismus | Eine Aussage wird abgewertet. Gegenteil des Euphemismus. | „Penner“ für „Obdachloser“; „Gedöns“ für vermeintlich unnötige Dinge |
| Ellipse | Ein Satz wird verknappt, indem auf Wörter verzichtet wird, die für das Verständnis der Aussage nicht zwingend benötigt werden. | „Er kommt um Viertel vor.“; „Je mehr, desto besser.“; „Gönn dir.“ |
| Hendiadyoin | Bildung eines Begriffs durch zwei oder mehrere einzelne Wörter. Oft ersetzen hierbei zwei Substantive eine Substantiv/Adjektiv-Kombination. | „ab und zu„, „Feuer und Flamme„, „klipp und klar„ |
| Emphase | Eine Aussage wird durch besondere Hervorhebung bzw. Betonung verstärkt bzw. verdeutlicht. Das Gemeinte wird dabei nicht konkretisiert, sondern durch allgemeine Begriffe ersetzt. | „Also so hät‘ ich das nicht gemacht!“; „Eine Frau erkennt das.“ Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein! |
| Epipher | Wort-Wiederholung am Satz-/Vers-Ende oder am Ende von Satzteilen. | „So kommst du mir nicht ins Haus, so kommt mir niemand ins Haus!“ |
| Enjambement | Zeilensprung inmitten eines Satzes bzw. Verses. | „stehn die Nacht entlang/ Und blinzeln” (Storm) |
| Euphemismus | Eine Aussage wird beschönigt. Gegenteil des Dysphemismus. | „kräftig“ an Stelle von „dick“; „suboptimal“ statt „schlecht“ |
| Hendiadyoin | Bildung eines Begriffs durch zwei oder mehrere einzelne Wörter. Oft ersetzen hierbei zwei Substantive eine Substantiv/Adjektiv-Kombination. | „Feuer und Flamme“; „Friede, Freude, Eierkuchen.“; „in Leder und Schürze“ statt „in lederner Schürze“ |
| Hyperbel | Übertreibung. | „Er ist schnell wie der Blitz.“; „Das hab‘ ich dir doch schon tausend mal erklärt!“ |
| Hypotaxe | Komplexer Satzbau durch Verschachtelung von Haupt-, Neben- und Teilsätzen. Man spricht auch von einem „hypotaktischen Satzbau“. | „Endlich hob er es, nachdem er stundenlang danach gesucht hatte, mit der linken Hand, die er zuvor aus dem Handschuh zog, auf und[…]“ |
| Ironie | Eine Aussage, die etwas anderes oder das genaue Gegenteil von dem ausdrücken soll, was sie oberflächlich betrachtet darstellt. | „Das hast du ja ganz toll hingekriegt.“; „Das wär ja noch schöner.“ |
| Klimax | Steigerung vom Schwächeren zum Stärkeren. | „Wir beliefern Deutschland, Europa und die ganze Welt.“; „Die Erde, unser Sonnensystem und die ganze Galaxie.“ |
| Litotes | Untertreibung, doppelte Verneinung oder Verneinung des Gegenteils. | „Ich kann mich nicht beklagen.“; „Er ist nicht untalentiert.“; „Nicht der Schnellste.“ |
| Metapher | Verbildlichung von Sachverhalten, wobei Bild und Ausdruck durch besondere Eigenschaften miteinander in Verbindung stehen. | „Deckmantel einer Feigheit“ „ein Meer von Menschen“ |
| Metonymie | Ein Begriff wird durch einen anderen, unmittelbar verwandten Ausdruck ersetzt. | "Das kühle Nass“ für „Wasser“ „das Eisen“ für: „das Schwert“; „ein Glas trinken“; „einen Teller aufessen“ |
| Neologismus | Schöpfung eines neuen Wortes, oft durch Kombination bereits bekannter Begriffe. | „Kulturpessimismus“; „abziehen“ für „ausrauben“; „Fanboy“ |
| Onomatopoesie | Lautmalerei; Geräusche werden in Worte gefasst. | Interjektionen wie „Miau“, „Dingdong“ oder „Muh“; Substantiv-/Verbalstämme wie „quietschen“, „knarren“ oder „knurren“ |
| Oxymoron | Kombination aus sich widersprechenden Begriffen (siehe auch Contradictio in adiecto). | „Offenes Geheimnis“; „weniger ist mehr“; „bittersüß“ „heißkalt“; „bittersüß“; „Flüssiggas“; „hübschhässlich“; „Hassliebe“; „großer Zwerg“; |
| Palindrom | Ein Wort, das auch rückwärtsgelesen einen Sinn ergibt. Oft in Wortspielen. | ´“Anna“; „Tor“ und „rot“; „Eber“ und „Rebe“; „Ein Esel lese nie.“ |
| Paradoxon | Scheinbar widersprüchliche oder abwegige Aussage, oft mit höherem Wahrheitsgehalt. | „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ (Sokrates); „Keine Regel ohne Ausnahme.“; „Dieser Satz ist falsch.“ |
| Paralipse | Angebliche, vorgetäuschte Auslassung eines Sachverhaltes vom Autor. Betont durch scheinbare Ablenkung vom Thema. | „Dass das ganze keinen tieferen Sinn hat, brauche ich ja garnicht erst zu erwähnen.“; „Ganz zu schweigen von den anderen Möglichkeiten[…]“ |
| Parallelismus | Sätze oder Teilsätze in symmetrischem Aufbau. | „Das Wasser fließt, der Wind weht, die Blumen blühen.“; „Bis auf den Grund wasche ab meine Missetat, von meiner Sünde mache mich rein!“ (Ps 51,4) |
| Parataxe | Aneinanderreihung von gleichwertigen Hauptsätzen, Wörtern oder Satzteilen. Verleiht absoluten, prägnanten Charakter. Gegenteil der Hypotaxe. | „Gott schied das Licht von der Finsternis und Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte er Nacht. Es wurde Abend und es wurde Morgen[…]“ (Gen 1,4-5) |
| Paronomasie | Ein Wortspiel, bei dem zwei Begriffe, die ähnlich klingen, sich aber in ihrer Bedeutung voneinander unterscheiden, verbunden werden. | „Lieber arm dran als Arm ab.“; „Verlass dich auf jemanden und du wirst verlassen.“ |
| Parenthese | Bezeichnet einen eigenständigen Satz, der in einen anderen Satz eingefügt wird, diesen unterbricht, seine grammatikalische Struktur jedoch nicht beeinflusst. | „Er legte es – behutsam ging er dabei nicht vor – flach auf den Boden und […]“ |
| Pars pro toto | Ein Teil steht für das Ganze: Eine Sache wird durch einen Begriff umschrieben, der eigentlich nur für einen Bestandteil dieser Sache steht. (siehe Synekdoche und Totum pro parte) | „Das macht dann 10€ pro Nase.“ für „Das macht dann 10€ pro Person.“; „Der Spanier ist stolz.“ für „Spanier sind stolz.“; „Brot“ für „Nahrung“ |
| Periphrase | Ein Begriff wird durch Worte ersetzt, die ihn beschreiben. Oft beschönigend. | „Der allmächtige Vater.“ für „Gott“; „bessere Hälfte“ als Bezeichnung für Ehepartner „der Vater des Wirtschaftswunders“, umschreibt Ludwig Erhard |
| Personifikation | Vermenschlichung einer Sache. Ein Tier, ein Gegenstand oder ähnliches handelt wie ein Mensch oder weist menschliche Eigenschaften auf. | „Die Zeit rennt.“; „Technologien […] wollen bedient werden.“ (Jörg Friedrich); „Vater Staat“ |
| Pleonasmus | Kombination von Wörtern, die sich in der Wortart unterscheiden, sich aber in ihrer Bedeutung ähneln. Dabei wird einem Substantiv oft ein vermeintlich unnötiges Attribut beigefügt, dessen Bedeutung bereits im Hauptwort enthalten ist. | „das grüne Gras“; „Rückantwort“; „tote Leiche“; „kleiner Zwerg“; „PIN-Nummer“ wobei die vorrangehende Abkürzung PIN das Wort „Nummer“ bereits beinhaltet "runde Kugel" |
| Polysyndeton | Mehrfach verbundene Reihung (häufige Bindewörter sind „und“ oder „oder“) | „Einigkeit und Recht und Freiheit.“ (Fallersleben) |
| Repetitio | Wiederholung von Wörtern oder Satzteilen. | „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mk 15,34); „Oh nein! Oh nein!“ |
| rhetorische Frage | Eine (Schein-)Frage, auf die keine Antwort erwartet wird. Sie dient nicht dem Informationsgewinn, sondern drückt die Meinung des Autors aus. | „Du bist auch nicht gerade der hellste, oder?“; „Wer ist schon perfekt?“; „Hab ich dir zuviel versprochen?“ |
| Sarkasmus | Direkte oder indirekte, also ironische Aussage mit verspottender, verhöhnender und somit verletzender Wirkung. | „Überarbeite dich bloß nicht!“; „Gab es die Hose nicht in deiner Größe?“ |
| Sentenz | Zusammenfassung einer vorangegangenen Argumentation oder Schilderung in Form einer knappen Aussage, die zu allgemeiner Bedeutung erhoben wird. | Die Weisheiten des chin. Philosophen Konfuzius; das Sprichwort „Ohne Fleiß, kein Preis“; Zusammenfassungen am Ende von Kapiteln in Lehrbüchern |
| Symbol | Ein abstrakter Begriff oder Zusammenhang wird durch ein konkretes Bild dargestellt. Oft kulturell geprägt. | Das Kreuz für das Christentum; ein Herz für die Liebe; die weiße Fahne für die Kapitulation |
| Synästhesie | Verschiedene Sinnesebenen und Empfindungen werden miteinander kombiniert. | „Das klingt aber süß!“; „knallrot“; „stinkfaul“; „Die Brillengläser waren so dick, dass die Augen ganz leise aussahen.“ (Borchert) |
| Synonymie | Kombination bedeutungsgleicher und/oder bedeutungsähnlicher Begriffe. | „Mein Mann, mein Gatte, mein Liebster!“; „Wo ist der Ausgangspunkt, der Start, der Anfang?“ |
| Tautologie | Paarung von bedeutungsähnlichen Begriffen der selben Wortart, wobei beide Begriffe den selben Sinn vermitteln; die Begriffe können auch identisch sein. | „nie und nimmer„, „Reih und Glied„, „immer und ewig„ |
| Totum pro parte | Das Ganze steht für einen Teil: Ein Bestandteil einer Sache wird durch einen Begriff umschrieben, der eigentlich für die ganze Sache steht. (siehe Synekdoche und Pars pro toto) | „Deutschland holt Gold.“, wobei hier eigentlich der Olympia-Teilnehmer als einzelne Person gemeint ist |
| Vergleich | Zwei Begriffe oder Sachverhalte, die sich in einer oder mehreren Eigenschaften ähneln, werden durch „als“ oder „wie“ zueinander in Beziehung gesetzt. | „Stark wie ein Bär.“; „Schneller als die Polizei erlaubt.“ |
| Adynaton | Vergleich mit Unmöglichem | „Eher geht die Welt unter, als dass …“ |
| Alogismus | Drückt einen unlogischen Sachverhalt aus oder stellt eine Überlegung dar, die sich selbst oder der Logik widerspricht. | „Nachts ist es kälter als draußen.“ |
| Archaismus | Veralteter sprachlicher Ausdruck | „Wams“ für: „Jacke“; „gülden“ für: „golden“ |
| Bathos | Gegenüberstellung eines höheren Wertes mit einem niedrigeren | „Die Explosion zerstörte alle Häuser auf der anderen Straßenseite und meinen Briefkasten.“ |
| Diaphora | Wiederholung desselben Wortes in verschiedenen Bedeutungen | „Auf acht Leute acht geben“ |
| Diminutiv | Verniedlichungsform | „Häuschen“; „Zicklein“ |
| Eponomasie | Ersetzung eines Begriffs durch kennzeichnenden Eigennamen einer bekannten Exempelfigur | „ein ungläubiger Thomas“ statt: „Skeptiker“ „ein Don Juan“ oder „ein Casanova“ statt „passionierter Liebhaber/Verführer“ |
| Exclamatio | Ausruf | „Stirb!“; „Hilfe!“; „Mörder!“; „Au!“ |
| Exemplum | Beispiel; verdeutlicht einen konkreten Sachverhalt | „Hierzu werfen wir einen Blick in unsere Geschichte. Die Zeit der Weimarer Republik zeigt beispielhaft auf, warum das Recht des Parlaments auf Selbstauflösung in unserem Grundgesetz nicht vorhanden ist.“ |
| Floskel | Phrasendrescherei; oberflächliche, banale Bemerkung | „Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss.“ |
| Hypallage | Zuordnung eines Attributs zum falschen Substantiv | "vierstöckiger Hausbesitzer" "das blaue Lächeln seiner Augen“; „Dunkel gingen sie durch die schweigende Nacht.“ |
| Kakophonie | Als unangenehm oder unästhetisch empfundener Laut, Klang oder Wortfolge; Lautfolge, die schlecht auszusprechen ist | „Rex Xerxes“ |
| Montage | Ineinanderverschieben verschiedener Sprach-/Inhaltsebenen | Aus „Euro“ und „teuer“ wird „Teuro“ |
| Solözismus | Grober sprachlicher Fehler, besonders in der syntaktischen Verbindung der Wörter | „Wo du wolle?“; „Hier werden Sie geholfen.“; „Angst essen Seele auf“ (R. W. Fassbinder) |
| Syllepse | Syntaktisch korrekte Verbindung semantisch nicht zusammengehöriger Satzglieder | „Er hob den Blick und ein Bein gen Himmel.“; „Er öffnete die Schachtel, danach den Mund.“; „Er saß ganze Nächte und Sessel durch“; „Ich heiße Heinz Erhardt und Sie willkommen“ |
| Inversion | Umstellung der gängigen Wortreihenfolge innerhalb eines Satzes. | „Ein Versager ist er, weiter nichts!“; „Schnell ist es.“ |